Fragil
Intervention, »DKB-Schaufenster – Sommerausstellung: Freiheit der Kunst«
Sitz des Deutschen Künstlerbundes, Berlin
TEAM TAU Tina Born & Enrico Niemann, 2026
An die Schaufenster des Deutschen Künstlerbundes werden Strukturen aufgebracht, die einem Glasbruch nachempfunden sind. Im thematischen Kontext stehen diese Spuren für einen Angriff auf die Kunstfreiheit.
Die Räume des Künstlerbundes stellen hier repräsentativ einen Ort dar, an dem diese künstlerische Freiheit stattfindet. Das Glas in seiner Transparenz, Fragilität und Funktion als schützende Membran zwischen Innen und Außen ist, um im Bild zu bleiben, beschädigt, weist Risse auf, hält jedoch in seiner Gesamtheit.
Während gegenwärtig die einen kulturpolitisch eine sogenannte deutsche Leitkultur und Ausgrenzung propagieren, sich offen für Zensur aussprechen und einen tiefgreifenden kulturpolitischen Umbau anstreben, wählen andere das Verfahren nüchterner Kosten/ Nutzen Rechnung um künstlerische Vielstimmigkeit mittels eines rigoros angesetzten Rotstifts kaputt zu schrumpfen.
„Fragil“ bedeutet zerbrechlich, anfällig oder verweist auf etwas, das leicht aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. All diese Eigenschaften können auch den Künsten und Kunst Schaffenden zugesprochen werden, denn ihr Credo ist es, sich auf ungesichertem Terrain zu bewegen, sich einfachen Lösungen, Verortungen oder Vereinnahmung zu entziehen. Das macht die freie Ausübung der Künste angreifbar, unbequem, für einige verzichtbar oder schlichtweg gefährlich.
Der zunehmende, äußere Druck kann schädigen und lähmen, aber auch dazu führen, sich einmal mehr der eigenen Stärke und Unteilbarkeit vor allem im Verbund bewusst zu werden.
So können die dargestellten Formationen auch als Strukturen gelesen werden, die einer äußeren, zerstörerischen Wucht widerstehen.